Kiefergelenkstherapie bei CMD

Eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine Funktionsstörung des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur. Sie äußert sich oft nicht am Kiefer selbst, sondern als Kopfschmerz, Nackenverspannung oder Ohrgeräusch — weshalb viele Betroffene lange nach einer Erklärung suchen.

Woran Sie eine CMD erkennen können

  • Knacken oder Reiben im Kiefergelenk beim Kauen oder Gähnen
  • Schmerzen im Kiefer, vor dem Ohr oder in der Schläfe
  • Eingeschränkte Mundöffnung, ein Gefühl von Blockade
  • Zähneknirschen oder -pressen, oft nachts
  • Kopfschmerzen, Nacken- und Schulterverspannungen
  • Ohrgeräusche, Schwindel oder ein Druckgefühl im Ohr

Nicht jedes Knacken ist behandlungsbedürftig. Wenn aber Schmerzen dazukommen oder die Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen, lohnt sich eine Abklärung.

Warum die Beschwerden oft woanders auftauchen

Das Kiefergelenk hängt eng mit der Halswirbelsäule, der Nackenmuskulatur und der Schädelbasis zusammen. Eine Funktionsstörung im Kiefer kann sich deshalb als Nackenverspannung oder Kopfschmerz zeigen — und umgekehrt kann ein Problem der Halswirbelsäule auf den Kiefer wirken. Deshalb behandeln wir nicht nur den Kiefer, sondern beziehen Nacken, Schultergürtel und Haltung mit ein.

Wie wir behandeln

Am Anfang steht eine Untersuchung: Wie weit öffnet der Mund, wie bewegt sich das Gelenk, welche Muskeln sind druckempfindlich, wie steht die Halswirbelsäule? Darauf aufbauend arbeiten wir mit manuellen Techniken am Gelenk und an der Kaumuskulatur, lösen Verspannungen — auch von innen im Mundraum, wenn das sinnvoll und für Sie in Ordnung ist — und behandeln die beteiligten Strukturen an Nacken und Schädelbasis.

Dazu kommen Übungen für zu Hause. Ein guter Teil des Behandlungserfolgs hängt daran, dass diese Übungen regelmäßig gemacht werden.

Zusammenarbeit mit Zahnmedizin und Kieferorthopädie

CMD wird selten allein physiotherapeutisch behandelt. Häufig läuft parallel eine Schienentherapie, manchmal sind kieferorthopädische oder zahnärztliche Maßnahmen nötig. Wir stimmen uns gerne mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt ab — für Sie ist es am einfachsten, wenn beide Seiten voneinander wissen.

Rezept und Kosten

Die Kiefergelenkstherapie ist verordnungsfähig: Mit einem Rezept über Manuelle Therapie oder Krankengymnastik übernimmt die Krankenkasse die Behandlung, Sie zahlen den gesetzlichen Eigenanteil. Ohne Rezept behandeln wir Sie als Selbstzahler.

Häufige Fragen

Wer verordnet Kiefergelenkstherapie?
In der Regel Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt, eine kieferorthopädische Praxis oder Ihre Hausärztin beziehungsweise Ihr Hausarzt. Auf dem Rezept steht meist Manuelle Therapie oder Krankengymnastik mit dem Hinweis auf die CMD-Diagnose.
Muss ich parallel eine Schiene tragen?
Oft ja — Schienentherapie und manuelle Behandlung ergänzen sich. Das entscheidet die zahnärztliche Seite. Wir stimmen unsere Behandlung darauf ab.
Wie viele Behandlungen brauche ich?
Das hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und was ihnen zugrunde liegt. Häufig zeigt sich nach einigen Behandlungen, in welche Richtung es geht. Eine verlässliche Zahl können wir Ihnen erst nach der ersten Untersuchung nennen.