Lymphödem nach einer Krebserkrankung
Werden bei einer Krebsbehandlung Lymphknoten entfernt oder bestrahlt, kann der Lymphabfluss dauerhaft eingeschränkt bleiben. Das entstehende sekundäre Lymphödem ist gut behandelbar — je früher es erkannt wird, desto besser lässt es sich kontrollieren.
Wichtig vorweg: Die manuelle Lymphdrainage behandelt die Schwellung, nicht die Krebserkrankung. Sie ist Teil der Nachsorge und ergänzt die onkologische Behandlung, ersetzt sie aber nicht. Ob und wann sie bei Ihnen angezeigt ist, entscheidet Ihr behandelndes Ärzteteam.
Armlymphödem nach einer Brustkrebs-Operation
Das ist der häufigste Fall, mit dem Patientinnen zu uns kommen. Wurden bei der Operation Achsel-Lymphknoten entfernt oder wurde die Achsel bestrahlt, fehlt dem Arm ein Teil seiner Abflusswege. Die Folge sind Schwellungen in Arm, Hand oder Schulter, ein Spannungsgefühl und eine eingeschränkte Beweglichkeit.
Ein solches Ödem kann direkt nach der Operation auftreten — oder erst Jahre später. Auch dann ist es behandelbar. Neben der Lymphdrainage gehören die Kompressionsversorgung und ein sorgfältiger Umgang mit der Haut des betroffenen Arms zur Therapie.
Beinlymphödem nach gynäkologischen Operationen und nach Prostata-Operationen
Werden im Becken- oder Leistenbereich Lymphknoten entfernt — etwa bei Gebärmutterhals-, Gebärmutterkörper- oder Eierstockkrebs, oder bei Prostatakrebs —, kann sich ein Lymphödem an einem oder beiden Beinen entwickeln. Häufig beginnt es am Fußrücken oder am Knöchel und breitet sich nach oben aus. Auch der Genital- und Unterbauchbereich kann betroffen sein; das wird selten angesprochen, lässt sich aber gut behandeln.
Nach der Behandlung eines Melanoms
Bei einem malignen Melanom werden je nach Lage oft die zugehörigen Lymphknoten in Achsel oder Leiste mitentfernt. Je nach betroffener Region entsteht dann ein Ödem am Arm oder am Bein. Die Behandlung entspricht der bei anderen sekundären Lymphödemen.
Kopf-Hals-Lymphödem nach Bestrahlung
Nach Operationen und Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich können Gesicht, Hals und Mundboden anschwellen. Das belastet oft doppelt — weil die Schwellung sichtbar ist und weil sie Sprechen, Schlucken und Beweglichkeit beeinträchtigen kann. Die Lymphdrainage im Gesichts- und Halsbereich ist besonders feine Arbeit und braucht Erfahrung.
Woran Sie ein beginnendes Ödem erkennen
- Ein Schwere-, Spannungs- oder Druckgefühl in Arm oder Bein
- Ringe, Uhren oder Schuhe, die auf einer Seite plötzlich enger sitzen
- Ein Ärmel- oder Hosenbein, das einschneidet
- Haut, die sich auf einer Seite praller anfühlt
Sichtbare Schwellung ist oft erst ein spätes Zeichen. Wenn Ihnen etwas davon auffällt, sprechen Sie es früh bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an — ein früh behandeltes Lymphödem ist deutlich leichter zu kontrollieren als ein bereits verhärtetes.
Was wir für Sie tun können
Wir behandeln auf Rezept mit manueller Lymphdrainage und Komplexer Physikalischer Entstauungstherapie, bandagieren im Anschluss und versorgen Sie auf Wunsch im Haus durch das Sanitätshaus mit Kompressionsstrümpfen. Bei Bedarf arbeiten wir in einer Entstauungswoche mit täglicher Behandlung.
Je nach Verordnung nehmen wir uns 30 bis 60 Minuten pro Termin. Für viele Patientinnen und Patienten ist das eine lange Begleitung — manche kommen seit Jahren zu uns.